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Das Warten
hatte sich gelohnt. Wieder mal feierten die Liedberger Schützen
ein mehr als gelungenes Schützenfest. Im Mittelpunkt
standen dabei das Königspaar Jochen Klenner und Steffi
Brendt und die Ministerpaare Markus Papst und Maggie Pokorski
sowie Markus Ramrath und Sandra Bolz. Die jungen Leute gaben
ein hervorragendes Erscheinungsbild ab, sei es in den Umzügen
bzw. den Paraden oder auch im Festzelt mit den Ehrentänzen
als Höhepunkte der Festbälle. Gleiches gilt natürlich
auch für die beiden Königszüge.
Was unseren Jägerzug anbelangt, bleibt Gott sei Dank
alles beim alten. Kein Streß, viel Spaß und gute
Laune bei den Alten und auch beim doch schon zahlreich vertretenen
Nachwuchs. Angefangen vom Reibekuchenessen am Donnerstag bis
zum Schaschlikessen im Zelt am Dienstagabend. (Schaschlik
wurde übrigens direkt aus dem Topf genommen, natürlich
ohne Messer, Gabel, Teller oder anderen Hilfsmittel, die da
nur stören und lästig sind. Wozu hat man schließlich
seine Finger und die darüber gestülpten weißen
Handschuhe)
Zu den
Kirmestagen:
Samstag
- Nach dem Umzug durch den Ort wurde an der Residenz der Königsmai
gesetzt. Hier konnten sich die Schützen traditionell
mit einem (oder mehreren) Bier für den Rest des Weges
nochmals stärken, bevor dann anschließend am Zelt
der Zeltmai gesetzt wurde. Danach zog man direkt ins Zelt
um beim ersten Tanzabend ausgiebig zu feiern.
Sonntag
- Der Sonntag begann dann recht früh für die Schützen.
Die Steinhausener Züge trafen sich bereits um 8:45 zur
Kranzniederlegung. Anschließend marschierten dann alle
Züge zur Kirche bzw. zum Hochamt. Wie in jedem Jahr folgte
dem Kirchgang der Weg zum Friedhof, wo wie immer die Kranzniederlegung
stattfand. Ein kurzer Rückmarsch noch bis zum Gasthaus
Stappen beendete den offiziellen Teil des Morgens. Natürlich
nutzen viele Schützen die Freizeit für einen Frühschoppen,
der in einigen Fällen recht ausgiebig wurde. Hier erzählt
man sich, daß ein paar Schützen bis zum Antreten
am nachmittag ausharrten - natürlich nur aus Sorge, man
könnte das Antreten verpassen.
Womit wir bereits bei den Geschehnissen am Sonntag Nachmittag
wären. Höhepunkt für viele ist hier sicher
die prächtige Parade auf dem Liedberger Marktplatz in
historischer Umgebung. Vorher waren allerdings noch einige
Kilometer Fußweg zu absolvieren, die angesichts der
heißen Temperaturen und dem vorher erledigten Frühschoppen
für einige oder vielleicht sogar für viele ein schwieriges
Unterfangen war. Aber wie nicht anders zu erwarten war, präsentierte
sich der gesamte Schützenzug korrekt zur Abnahme an der
Mühle. Gleich danach zog man gen Liedberg, wo dann die
Parade vor den Majestäten und Ihren Ministerpaaren stattfand.
Deutet man die Gesichter des Königspaahres und des Gefolges
richtig, kommt man zu der Überzeugung, daß diese
viel Freude an den Geschehnissen hatten. Nachdem dies alles
vollbracht war, der folgende Zapfenstreich beendet war, zog
der Schützenzug auf direktem Wege zum Festzelt. Der Festball
und der Königsball standen heute hier auf dem Programm.
Logisch, daß wieder kräftig gefeiert wurde.
Montag
- Nach einem kurzen Umzug zur Kirche mit der folgenden Messe
begann um 10:00 Uhr der große Klompenball. Der Jägerzug
Wildsau begann den Morgen, wie viele andere Züge auch,
mit einem ausgiebigen Frühstück. Nach Beendigung
desselben folgten dann die ersten Biere bis zur Prämierung
der Klompen. Erfreulicherweise konnte unser Zug den vierten
Platz belegen und erhielt als Preis 8 Schweinshaxen. Obwohl
wir diesen Preis, im übrigen unabhängig von der
Platzierung, in jedem Jahr erhalten, freuten wir uns natürlich
riesig. Schließlich müssen diese vertilgt werden
und welcher Anlass wäre dafür besser geeignet als
eine zünftige Wildsaufete. Gewinner war der Zug des Königs.
Nach der Siegerehrung widmete man sich dann wieder anderen
Aufgaben und feierte weiter. Für einige wurde der Klompenball
dann noch richtig streßig, vergaß man doch bei
viel Spaß und guter Laune völlig die Zeit. Man
munkelt, daß einige Schützen erst gegen 16:15 zu
Hause waren, obwohl bereits um 16:30 Antreten war. Da es aber
keine offiziellen Verlustlisten gibt, kann man davon ausgehen,
daß alle Schützen pünktlich da waren. Der
Umzug am Nachmittag sollte dann zu den Paraden in Drölsholz
und Steinhausen führen. Die Parade in Drölsholz
wurde noch trockenen Fußes geschafft, obwohl sich der
Himmel mit schweren, schwarzen Wolken zuzog. Auf dem Weg nach
Steinhausen kam es dann, wie es kommen mußte und auch
viele Wetterfrösche unter den Schützen unterwegs
schon prophezeit hatten. Es fing an zu regnen. Dennoch stellte
man sich zur Parade auf, konnte aber leider nur noch einen
Vorbeimarsch absolvieren. Der Weg führte nach der 1.
Parade direkt weiter an Stappen vorbei ins Zelt. Gerade noch
schafften die Schützen den Einzug in Zelt, als schon
das Unwetter losging. Blitze, Donner, unglaubliche Regenfälle
- es zeigte sich, daß die Entscheidung, nur einen Vorbeimarsch
zu machen, richtig war. Die zweite Parade wurde übrigens
dann zur Freude aller noch anwesenden Gäste und Schützen
dann spät abends im Festzelt nachgeholt. Der König
wünschte sich die Parade (Zitat: da heute eine Parade
ausgefallen ist, wollen wir diese jetzt und hier nachholen)
und die Schützen waren zur Stelle. Tische wurden zur
Seite geräumt, Uniformjacken angezogen, vor dem Zelt
Aufstellung genommen und paradiert. Unseres Wissens ist das
bisher nicht vorgekommen, könnte aber zur ständigen
Einrichtung werden - allerdings bitte nicht als Ersatz für
eine ausgefallene Parade.
Dienstag
- Für den Dienstag Morgen stand kein Umzug auf dem Programm.
Die meisten Schützen trafen sich aber dennoch zum Frühschoppen,
meist bei Ihren eigenen Zugkönigen. Nach einem Umzug
am Nachmittag wurde der König abgeholt und man marschierte
auf dem direkten Wege nach Stappen zum Vogelschuß. Nach
Eintreffen am Schießstand wurde zuerst für ein
gutes Gelingen gebetet, worauf die Verlesung der Satzung durch
den Brudermeister erfolgte. Zu diesem Zeitpunkt ahnten viele
noch nicht, daß es diesmal ein langer und auch spannender
Vogelschuß werden sollte. Vier Bewerber fanden sich
letztendlich ein. Erfreulich viele, bedenkt man die Schwierigkeiten,
die einige Bruderschaften anderenorts haben. Hier findet sich
manchmal überhaupt kein Bewerber, was natürlich
für ein Schützenfest eine Katastrophe ist. Wir lasen
zuletzt sogar von einem Vogelschuß, der einige Wochen
später wiederholt werden mußte, weil kein Bewerber
antrat. Dieses Problem hatte unsere Bruderschaft wie gesagt
nicht. Vier Schützen traten an, um die Königswürde
zu erlangen. Wolfgang Brings von den Pionieren, die mit der
Königswürde Ihr nächstjähriges 25-jähriges
Zusammensein sowie das 70-jährige bestehen krönen
wollten. Willy Meier, der sich so etwas wie einen Lebenstraum
erfüllen wollte, Michael Götzen, für den sicher
gleiches galt und Josef Neues. Zusätzlich muß es
Presseberichten zur Folge noch weitere Bewerber gegeben haben,
die aber vom Vorstand nicht zugelassen wurden. Siehe hierzu
den Bericht von NGZ-Online weiter unten. Es dauerte bis zum
162. Schuß, bevor Wolfgang Brings dann der Glückliche
war und den Vogel von der Stange holte. Somit steht die Residenz
im nächsten Jahr wieder mal in Steinhausen. An dieser
Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch an Wolfgang und
seiner Frau Sylvia.
Nach Beendigung des Vogelschußes marschierten die Schützen
zum letzten Male Richtung Festzelt, wo dann der letzte Festball
des Jahres 2002 stattfand. Auch hier gab es wieder einige
Höhepunkte. Neben dem eingangs erwähnten Schaschlikessen
mit den Fingern aus dem Topf (gibt übrigens eine tolle
Sauerei, an dem viele Schützen teilnahmen) konnte unsere
von Friedhelm Erkes erbaute BBM (BierBestellMaschine) eingeweiht
werden. Er verarbeitete dabei ein paar Orgelpfeifen unserer
alten Kirchenorgel, die mit Hilfe einer Luftpumpe und diversen
Schläuchen bedient und zu einem schönen Pfeifton
"gezwungen" wurden.
Ein Novum gab es beim letzten Ehrentanz. Der amtierende König
lud das Königspaar nebst Ministerpaaren ein, an diesem
Tanz teilzunehmen, was diese, so sah es zumindest aus, sehr
gerne annahmen.
Daneben wurde aber auch wieder paradiert. Der König ergriff
ein weiteres Mal das Mikrofon und erzählte den restlichen
Gästen bzw. Schützen im Zelt, daß er und seine
Minister an diesem Abend den Spieß umdrehen (nicht der
Spieß, sondern der sprichwörtliche) wolle und an
den Schützen vorbeimarschieren werde. Natürlich
ließen die Schützen dies zuerst nicht zu und paradierten
zuvor gleich dreimal an den Dreien vorbei. Zur Freude aller
marschierten sogar viele weibliche Gäste mit. Anschließend
konnten König und Minister dann wie vorgesehen die Paraden
aufs Parkett legen, übrigens gleich zweimal.
Danach neigte sich der Abend dann auch dem Ende zu. Was unseren
Zug betrifft - wenn der Mann mit der Leiter kommt.
Abschließend
sei noch eine Besonderheit erwähnt - In diesem Jahr hatten
sich König und Minister etwas Besonderes für die
Schützen und die anderen Besucher der Festabende ausgedacht.
Eigens für diesen Zweck wurde ein bekanntes Lied von
Rio Reiser etwas umgedichtet. Auf der Melodie von "König
von Deutschland" brachten Sie mit dem Text "König
von Liedberg" jeden Abend die Stimmung zum kochen. Wie
wir finden ein wirklich toller Einfall.
Soweit
unser kurzer Bericht über unser tolles Schützenfest.
Hier noch der Artikel auf NGZ - Online zum Vogelschuß
am Dienstag
Vier Bewerber
in Liedberg
Königswürde für Brings
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In großer
Geduld mussten sich Dienstag die Aktiven der Sebastianus-Schützenbruderschaft
Liedberg üben, bis der hölzerne Vogel von der Stange
fiel und der neue König ausgerufen werden konnte.
Wolfgang Brings und Königin Sylvia
Mit dem 162. Schuss sicherte sich dann Wolfgang Brings die
Königswürde für 2003. Mit seiner Königin
Sylvia wird er im kommenden Jahr in Steinhausen residieren.
Der Pionierzug wird die Aufgaben des Königszuges übernehmen.
Norbert
Frehn und Bert Brings, der Bruder des Königs, übernehmen
die Ministeraufgaben. In diesem Jahr gab es unter der Vogelstange
im Garten des "Jägerheims" vier Königsbewerber.
Weitere Bewerber wurden - laut Brudermeister Heribert Blankenstein
- vom Vorstand abgelehnt. Mit dem Königsball klang Dienstag
der Festreigen aus.
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