30 Jahre Wildsau ...

... sind eine lange Zeit. Viel haben wir gemeinsam erlebt. Es wurde viel gefeiert und gelacht. Hierzu haben wir noch ein paar alte Fotos gefunden, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Klickt bitte auf die Miniaturen, um das jew. Bild in voller Größe anzusehen. Viel Spaß damit!

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Jägerzug Wildsau
:: Kirmes 2002

Das Warten hatte sich gelohnt. Wieder mal feierten die Liedberger Schützen ein mehr als gelungenes Schützenfest. Im Mittelpunkt standen dabei das Königspaar Jochen Klenner und Steffi Brendt und die Ministerpaare Markus Papst und Maggie Pokorski sowie Markus Ramrath und Sandra Bolz. Die jungen Leute gaben ein hervorragendes Erscheinungsbild ab, sei es in den Umzügen bzw. den Paraden oder auch im Festzelt mit den Ehrentänzen als Höhepunkte der Festbälle. Gleiches gilt natürlich auch für die beiden Königszüge.
Was unseren Jägerzug anbelangt, bleibt Gott sei Dank alles beim alten. Kein Streß, viel Spaß und gute Laune bei den Alten und auch beim doch schon zahlreich vertretenen Nachwuchs. Angefangen vom Reibekuchenessen am Donnerstag bis zum Schaschlikessen im Zelt am Dienstagabend. (Schaschlik wurde übrigens direkt aus dem Topf genommen, natürlich ohne Messer, Gabel, Teller oder anderen Hilfsmittel, die da nur stören und lästig sind. Wozu hat man schließlich seine Finger und die darüber gestülpten weißen Handschuhe)

Zu den Kirmestagen:

Samstag - Nach dem Umzug durch den Ort wurde an der Residenz der Königsmai gesetzt. Hier konnten sich die Schützen traditionell mit einem (oder mehreren) Bier für den Rest des Weges nochmals stärken, bevor dann anschließend am Zelt der Zeltmai gesetzt wurde. Danach zog man direkt ins Zelt um beim ersten Tanzabend ausgiebig zu feiern.

Sonntag - Der Sonntag begann dann recht früh für die Schützen. Die Steinhausener Züge trafen sich bereits um 8:45 zur Kranzniederlegung. Anschließend marschierten dann alle Züge zur Kirche bzw. zum Hochamt. Wie in jedem Jahr folgte dem Kirchgang der Weg zum Friedhof, wo wie immer die Kranzniederlegung stattfand. Ein kurzer Rückmarsch noch bis zum Gasthaus Stappen beendete den offiziellen Teil des Morgens. Natürlich nutzen viele Schützen die Freizeit für einen Frühschoppen, der in einigen Fällen recht ausgiebig wurde. Hier erzählt man sich, daß ein paar Schützen bis zum Antreten am nachmittag ausharrten - natürlich nur aus Sorge, man könnte das Antreten verpassen.
Womit wir bereits bei den Geschehnissen am Sonntag Nachmittag wären. Höhepunkt für viele ist hier sicher die prächtige Parade auf dem Liedberger Marktplatz in historischer Umgebung. Vorher waren allerdings noch einige Kilometer Fußweg zu absolvieren, die angesichts der heißen Temperaturen und dem vorher erledigten Frühschoppen für einige oder vielleicht sogar für viele ein schwieriges Unterfangen war. Aber wie nicht anders zu erwarten war, präsentierte sich der gesamte Schützenzug korrekt zur Abnahme an der Mühle. Gleich danach zog man gen Liedberg, wo dann die Parade vor den Majestäten und Ihren Ministerpaaren stattfand. Deutet man die Gesichter des Königspaahres und des Gefolges richtig, kommt man zu der Überzeugung, daß diese viel Freude an den Geschehnissen hatten. Nachdem dies alles vollbracht war, der folgende Zapfenstreich beendet war, zog der Schützenzug auf direktem Wege zum Festzelt. Der Festball und der Königsball standen heute hier auf dem Programm. Logisch, daß wieder kräftig gefeiert wurde.

Montag - Nach einem kurzen Umzug zur Kirche mit der folgenden Messe begann um 10:00 Uhr der große Klompenball. Der Jägerzug Wildsau begann den Morgen, wie viele andere Züge auch, mit einem ausgiebigen Frühstück. Nach Beendigung desselben folgten dann die ersten Biere bis zur Prämierung der Klompen. Erfreulicherweise konnte unser Zug den vierten Platz belegen und erhielt als Preis 8 Schweinshaxen. Obwohl wir diesen Preis, im übrigen unabhängig von der Platzierung, in jedem Jahr erhalten, freuten wir uns natürlich riesig. Schließlich müssen diese vertilgt werden und welcher Anlass wäre dafür besser geeignet als eine zünftige Wildsaufete. Gewinner war der Zug des Königs. Nach der Siegerehrung widmete man sich dann wieder anderen Aufgaben und feierte weiter. Für einige wurde der Klompenball dann noch richtig streßig, vergaß man doch bei viel Spaß und guter Laune völlig die Zeit. Man munkelt, daß einige Schützen erst gegen 16:15 zu Hause waren, obwohl bereits um 16:30 Antreten war. Da es aber keine offiziellen Verlustlisten gibt, kann man davon ausgehen, daß alle Schützen pünktlich da waren. Der Umzug am Nachmittag sollte dann zu den Paraden in Drölsholz und Steinhausen führen. Die Parade in Drölsholz wurde noch trockenen Fußes geschafft, obwohl sich der Himmel mit schweren, schwarzen Wolken zuzog. Auf dem Weg nach Steinhausen kam es dann, wie es kommen mußte und auch viele Wetterfrösche unter den Schützen unterwegs schon prophezeit hatten. Es fing an zu regnen. Dennoch stellte man sich zur Parade auf, konnte aber leider nur noch einen Vorbeimarsch absolvieren. Der Weg führte nach der 1. Parade direkt weiter an Stappen vorbei ins Zelt. Gerade noch schafften die Schützen den Einzug in Zelt, als schon das Unwetter losging. Blitze, Donner, unglaubliche Regenfälle - es zeigte sich, daß die Entscheidung, nur einen Vorbeimarsch zu machen, richtig war. Die zweite Parade wurde übrigens dann zur Freude aller noch anwesenden Gäste und Schützen dann spät abends im Festzelt nachgeholt. Der König wünschte sich die Parade (Zitat: da heute eine Parade ausgefallen ist, wollen wir diese jetzt und hier nachholen) und die Schützen waren zur Stelle. Tische wurden zur Seite geräumt, Uniformjacken angezogen, vor dem Zelt Aufstellung genommen und paradiert. Unseres Wissens ist das bisher nicht vorgekommen, könnte aber zur ständigen Einrichtung werden - allerdings bitte nicht als Ersatz für eine ausgefallene Parade.

Dienstag - Für den Dienstag Morgen stand kein Umzug auf dem Programm. Die meisten Schützen trafen sich aber dennoch zum Frühschoppen, meist bei Ihren eigenen Zugkönigen. Nach einem Umzug am Nachmittag wurde der König abgeholt und man marschierte auf dem direkten Wege nach Stappen zum Vogelschuß. Nach Eintreffen am Schießstand wurde zuerst für ein gutes Gelingen gebetet, worauf die Verlesung der Satzung durch den Brudermeister erfolgte. Zu diesem Zeitpunkt ahnten viele noch nicht, daß es diesmal ein langer und auch spannender Vogelschuß werden sollte. Vier Bewerber fanden sich letztendlich ein. Erfreulich viele, bedenkt man die Schwierigkeiten, die einige Bruderschaften anderenorts haben. Hier findet sich manchmal überhaupt kein Bewerber, was natürlich für ein Schützenfest eine Katastrophe ist. Wir lasen zuletzt sogar von einem Vogelschuß, der einige Wochen später wiederholt werden mußte, weil kein Bewerber antrat. Dieses Problem hatte unsere Bruderschaft wie gesagt nicht. Vier Schützen traten an, um die Königswürde zu erlangen. Wolfgang Brings von den Pionieren, die mit der Königswürde Ihr nächstjähriges 25-jähriges Zusammensein sowie das 70-jährige bestehen krönen wollten. Willy Meier, der sich so etwas wie einen Lebenstraum erfüllen wollte, Michael Götzen, für den sicher gleiches galt und Josef Neues. Zusätzlich muß es Presseberichten zur Folge noch weitere Bewerber gegeben haben, die aber vom Vorstand nicht zugelassen wurden. Siehe hierzu den Bericht von NGZ-Online weiter unten. Es dauerte bis zum 162. Schuß, bevor Wolfgang Brings dann der Glückliche war und den Vogel von der Stange holte. Somit steht die Residenz im nächsten Jahr wieder mal in Steinhausen. An dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch an Wolfgang und seiner Frau Sylvia.
Nach Beendigung des Vogelschußes marschierten die Schützen zum letzten Male Richtung Festzelt, wo dann der letzte Festball des Jahres 2002 stattfand. Auch hier gab es wieder einige Höhepunkte. Neben dem eingangs erwähnten Schaschlikessen mit den Fingern aus dem Topf (gibt übrigens eine tolle Sauerei, an dem viele Schützen teilnahmen) konnte unsere von Friedhelm Erkes erbaute BBM (BierBestellMaschine) eingeweiht werden. Er verarbeitete dabei ein paar Orgelpfeifen unserer alten Kirchenorgel, die mit Hilfe einer Luftpumpe und diversen Schläuchen bedient und zu einem schönen Pfeifton "gezwungen" wurden.
Ein Novum gab es beim letzten Ehrentanz. Der amtierende König lud das Königspaar nebst Ministerpaaren ein, an diesem Tanz teilzunehmen, was diese, so sah es zumindest aus, sehr gerne annahmen.
Daneben wurde aber auch wieder paradiert. Der König ergriff ein weiteres Mal das Mikrofon und erzählte den restlichen Gästen bzw. Schützen im Zelt, daß er und seine Minister an diesem Abend den Spieß umdrehen (nicht der Spieß, sondern der sprichwörtliche) wolle und an den Schützen vorbeimarschieren werde. Natürlich ließen die Schützen dies zuerst nicht zu und paradierten zuvor gleich dreimal an den Dreien vorbei. Zur Freude aller marschierten sogar viele weibliche Gäste mit. Anschließend konnten König und Minister dann wie vorgesehen die Paraden aufs Parkett legen, übrigens gleich zweimal.
Danach neigte sich der Abend dann auch dem Ende zu. Was unseren Zug betrifft - wenn der Mann mit der Leiter kommt.

Abschließend sei noch eine Besonderheit erwähnt - In diesem Jahr hatten sich König und Minister etwas Besonderes für die Schützen und die anderen Besucher der Festabende ausgedacht. Eigens für diesen Zweck wurde ein bekanntes Lied von Rio Reiser etwas umgedichtet. Auf der Melodie von "König von Deutschland" brachten Sie mit dem Text "König von Liedberg" jeden Abend die Stimmung zum kochen. Wie wir finden ein wirklich toller Einfall.

Soweit unser kurzer Bericht über unser tolles Schützenfest.

Hier noch der Artikel auf NGZ - Online zum Vogelschuß am Dienstag

Vier Bewerber in Liedberg


Königswürde für Brings

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In großer Geduld mussten sich Dienstag die Aktiven der Sebastianus-Schützenbruderschaft Liedberg üben, bis der hölzerne Vogel von der Stange fiel und der neue König ausgerufen werden konnte.

Wolfgang Brings und Königin Sylvia
Mit dem 162. Schuss sicherte sich dann Wolfgang Brings die Königswürde für 2003. Mit seiner Königin Sylvia wird er im kommenden Jahr in Steinhausen residieren. Der Pionierzug wird die Aufgaben des Königszuges übernehmen.

Norbert Frehn und Bert Brings, der Bruder des Königs, übernehmen die Ministeraufgaben. In diesem Jahr gab es unter der Vogelstange im Garten des "Jägerheims" vier Königsbewerber. Weitere Bewerber wurden - laut Brudermeister Heribert Blankenstein - vom Vorstand abgelehnt. Mit dem Königsball klang Dienstag der Festreigen aus.